Die Vorhaut ist ein relevanter Bestandteil des männlichen Genitals und erfüllt viele Funktionen. So hat sie beispielsweise vier Funktionen für den Schutz des Penis und vier Funktionen für die Sexualität des Mannes. Außerdem gibt sie dem Penis ein klassisches Aussehen, wie er bereits in der Kunst im antiken Griechenland dargestellt wurde.
Die Vorhaut hat mehrere Funktionen für den Schutz und für die Sexualität. Folgende Funktionen nimmt die Vorhaut z.B. für den Schutz wahr:
Lesen Sie mehr dazu bei den Erläuterungen zu den Funktionen der Vorhaut für den Schutz der Eichel.
Für die Sexualität hat die Vorhaut z.B. folgende Funktionen:
Nach einer Entfernung der Vorhaut muss der Körper versuchen, die Veränderung auszugleichen. Das gelingt bei einigen Männer mehr und bei anderen Männern weniger gut. Insofern muss nicht jeder beschnittene Mann das Fehlen der Vorhaut als Mangel wahrnehmen. Aber manche Männer tun dies eben leider zu Recht.
Lesen Sie mehr dazu bei den Erläuterungen zu den Funktionen der Vorhaut für die Sexualität.
Die Entfernung der Vorhaut bei Jungen ("Beschneidung") wird oft als banaler Eingriff ohne negative Folgen dargestellt, manchmal sogar als gesundheitlich vorteilhaft. Das ist leider unzutreffend.
Viele wissen nicht, dass die Beschneidung von Jungen ein Eingriff ist, der mit einigen Risiken für akute Komplikationen einher geht. Darüber hinaus gibt es mögliche Langzeitschäden, die erst Jahre oder Jahrzehnte später zu Tage treten können.
Manchmal wird auch vermutet, dass es Vorteile gibt, die es rechtfertigen können, einem Kind einen gesunden Teil seines Penis zu entfernen. Dies ist aber unzutreffend. Lesen Sie mehr dazu bei den vermuteten Vorteilen.
Der Eingriff an einem Kind ist mit einigen Risiken für akute Schäden verbunden. Diese können z.B. sein:
Einige physische Langzeitfolgen von Beschneidung können erst Jahre oder viele Jahrzehnte nach dem Eingriff zu Tage treten. Dazu zählen z.B. folgende Symptome:
Beschneidung an Jungen, für die keine medizinische Notwendigkeit besteht, hat zwei Hauptgründe:
Fehldiagnosen geschehen beim Thema Jungenbeschneidung meistens aufgrund von veraltetem Kenntnisstand bei der Ärzteschaft. Dann stellen Ärzte/
Die Beschneidung von Kindergenitalien ist manchmal Teil des kulturell‑religiösen Brauchtums. Es kann Gegenstand vieler Diskussionen sein, ob solche Eingriffe an Kindern einem unveränderlichen göttlichen Gebot folgen, oder ob sie eine veränderbare Tradition sind. Lesen Sie mehr dazu bei den Informationen zu den kulturell-religiösen Motiven.
Jeder beschnittene Mann hat natürlich das Recht, mit seiner eigenen Beschneidung zufrieden zu sein, oder sie auch als vorteilhaft für sich selbst wahrzunehmen. Niemand von ARGUS-Kinderschutz möchte beschnittenen Männern ein Problem einreden.
Es sollte aber auch zur Kenntnis genommen werden, dass es ebenso negativ betroffene Männer gibt, die ihre Beschneidung als sehr nachteilig erleben. Das kann sich sowohl auf den traumatisierenden Eingriff als Kind beziehen, als auch auf die physischen Spätfolgen des Eingriffs. Auch diese Männer haben ein Recht, die negativen Auswirkungen zu äußern, die Beschneidung auf ihr Leben hat. Lesen Sie dazu auch bei den psychischen und sexuellen Folgen, die Beschneidung für manche Männer haben kann.
Männer können viele Gründe haben, weshalb sie von Beschneidung negativ betroffen sind. Diese können sowohl in dem traumatisierenden Eingriff als Kind liegen, als auch in den möglichen Folgeschäden, die erst als Erwachsene bei ihnen aufgetreten sind.
Negativ betroffene Männer, die über die Nachteile ihrer Beschneidung sprechen, tun dies, damit zukünftige Generationen von Jungen besser geschützt werden als sie selbst. Es liegt auf der Hand, das sie dies viel Überwindung und Mut kostet. Leider fühlen sich manchmal andere Personen durch diese Klage angetriggert, die dann eine kritische Diskussion der Jungenbeschneidung aus eigenen Motiven heraus unterbinden wollen.
Lesen Sie mehr zu diesem Thema und zu den Hilfsmöglichkeiten bei den Informationen für negativ Betroffenen.
In unserer Gesellschaft ist es weitgehend Konsens, dass Kinder vor unnötigen Operationen geschützt werden sollten, und zwar besonders dann, wenn diese an den Genitalien stattfinden und keinen medizinischen Sinn haben. Für Mädchen und intergeschlechtlich geborene Kinder gibt es dafür bereits viele positive Bemühungen.
Jungen wird dieser Schutz allerdings vorenthalten. Ihr Genital ist für eine Entfernung der Vorhaut (Beschneidung) freigegeben. Diese Diskriminierung von Jungen ist in Deutschland im Jahr 2012 sogar gesetzlich fixiert worden (§1631d BGB). ARGUS-Kinderschutz fordert prinzipiell den gleichberechtigten Schutz für alle Kinder vor Beschneidung, unabhängig von deren Geschlecht. Konkret fordern wir, dass Eltern eine Beratung durch eine unabhängige Fachstelle in Anspruch nehmen müssen, wenn sie eine medizinisch unnötige Beschneidung an einem Jungen vornehmen lassen wollen. Lesen Sie mehr dazu bei unseren Zielen.